... auf dem Weg nach Eggmühl

 

- ein Bericht zum 205. Jahrestag der Schlacht bei Eggmühl –

21.04. – 22.04.2014

 

Montag 21.04.2014 (Freitag 1809)

- Anmarsch und Lagern -

 

Morgens um Schlag Neun treffen sich die Soldaten im ‚Depot Grünthal‘ bei ihrem Hauptmann, unweit von Dorf Eggmühl. Dort ist erst einmal Einkleiden in die Uniform befohlen (Helm, Feldmütze, Hemd, Weste, Jacke, Hose, Gamaschen, genagelte Schuhe), und dann sogleich das Komplettieren der Ausrüstung. Als da sind: Tornister mit Decke drin, hinten drauf die Pfanne und oben drauf der Mantel geschnallt. Eine mit Wasser gefüllte Feldflasche. Der ‚Hafersack‘, noch der Säbel, die Munitionstasche, und schließlich das Gewehr mit Bajonett. Alles in Allem ein Gewicht von 30 kg.

Dann wir ‚mobil machen‘ befohlen. Die ganze Ausrüstung kommt auf den Mannschafts-Wagen, kutschiert vom Kameraden Günter B.  Die Soldaten vom 4. Bay.Lin.Inf.Rgt. steigen mit auf, und geführt von der Stabs-Kutsche des Hauptmanns Marcus T. und der Marketenderin Yvonne T., geht’s los, rüber nach Schierling, um gegen Zehn Uhr den Gemeinen Franz S. zu treffen. Dieser wird vom 5. Bay.Inf.Lin.Rgt. (Farbe: rosa) als Ortskundiger beigestellt, um das Gelände aufzuklären und um den Peloton des 4. Bay.Lin.Inf.Rgt. (Farbe: gelb) in unbekanntem Gelände sicher zu weisen.

2014-04 1In Schierling unterweist der Franz einen Teil des Trupps, welche Uniformen, Waffen- und Munitionstypen gebräuchlich sind und anzutreffen sein werden.

 

Nach Beendigung der obligatorischen Rauchpause mit kurzer Lagebesprechung, sitzt auch Franz S. mit auf, und es geht hinaus in die Felder, nach Niederleierndorf.

Dort angekommen wird Abgesessen, die Aufrüstung aufgenommen. Der Gemeine Feldkoch Daniel O. gibt noch die von ihm organisierte und zusammengestellte Zwei-Tagesration aus: Semmeln, in einem frischen Schneuztüchl  geräucherte Würste, Käse, ein Stück Geselchtes (mittels Lederband zusammengeschnürt), und extra für Jeden noch ein halbes Schwarzbrot.

Der Unteroffizier läßt antreten, kontrolliert nochmals Uniform und Ausrüstung, und meldet dem Hauptmann, den Peloton bereit zum Abmarsch.

 

Nun wird in Formation über Land marschiert, Richtung Schierling.2014-04 2

Begleitet wird der Trupp wie immer von der Marketenderin Yvonne T. - und deren Hund Kira, der Truppe und Ausrüstung bewacht und bei der ‚beiläufigen' Jagd eine überaus wertvolle Hilfe darstellt.

 

Gegen Viertel nach Elf angekommen an der Herberge ‚Zum Schützenhaus', werden Gewehrpyramiden gebaut, und im Freien zur Rast gelagert.

Um den Frieden zu wahren, werden vom Wirt sogleich schon einige Maßkrüge von hellem Bier zur Verfügung gestellt, die von den Soldaten freudig angenommen werden, weil es in dem noch kühlen Lüftchen mit leicht bewölktem Himmel, die Sonne doch immer wieder recht gut gemeint hat mit Ihnen.

Der ‚mitgenommene' Jagdhund Kira T., wird von der Marketenderin durch Kraulen wieder auf Vordermann gebracht.

Im Kellergewölbe der Herberge wird ein vom Gemeinen Franz geleitetes Einschießen der Waffen auf eine Scheibe veranstaltet, das gleichzeitig das Können der Soldaten unter Beweis stellen soll.

Hierbei tut sich besonders der Unteroffizier Guido B. hervor, mit bester Schußleistung!

Nach erneutem Antreten, geht's weiter. Franz S., der Ortskundige von der 5., führt die Gruppe ‚schweißtreibend bergan' einem ihm wohlbekannten Unterstand entgegen, wo die Truppe dann etwas mitgenommen von den Strapazen, gegen Dreiviertel Eins ankommt und dort im Schatten sitzen kann.

Bei der Rast, wird am dort bereitstehenden ‚Kartentisch', vom Franz S. mit des' Hauptmanns Karte, eine ausführliche örtliche Einweisung vorgenommen, auf daß sich nachfolgend keiner der Beteiligten ‚verfranzt'.

Der Gemeine Franz S. von der 5., zeigt die Anmarschwege und Stellungen der Österreicher und Franzosen, und weist die Soldaten ein, wo das bayerische Kontingent in Stellung zu gehen hat.

 

Schlacht by Eckmuell

Historische Karte (mit freundlicher Genehmigung von Franz S.):

 

Nach ausreichend ‚requirierter‚ Labung gibt's noch einen Schnaps vom Franz, um den Mut von den jungen Burschen noch zu steigern.

Wieder antreten, und weiter geht's, in Richtung Aufmarschgebiet, noch höher hinauf auf den Hügelkamm des Wagner-Berges.

Unterwegs dorthin, befiehlt der Hauptmann eine Überprüfung der Waffen, wobei Kommandostrukturen und Abläufe wie Laden und Schußfolge, geübt werden.

Auch werden hier Unzulänglichkeiten bei den Waffen ausgemerzt, wie verlegte Zündlöcher aufgebohrt und schadhafte Feuersteine erneuert. Scharf bemängelt wird hierbei vom Hauptmann, die ungenügende Ausrüstung an Feuersteinen, die aber durch die Umsichtigkeit des erfahrenen Pfadfinders von der 5. ausgeglichen wird.

Mit voller Ausrüstung marschiert der Trupp durch Felder, Wiesen und über Gräben, dem Ziel entgegen – nur unterbrochen mit Pausen an strategisch wichtigen Gelände-Punkten.

Unterwegs werden verschiedene Marschformationen geübt, Jäger zur Erkundung ausgeschickt, und eine Aufteilung des Trupps in Untergruppen mit Einzelaufträgen vorgenommen.

Die braven Bayern meistern die Ihnen gestellten Aufgaben mit Bravour.

Abgekämpft, aber zufrieden erreicht der Trupp den für ihn vorgesehenen Verfügungsraum auf der Hügelkette, wo sie gerade mal so durch den Hügelkamm gegenüber den feindlichen Stellungen verdeckt, ihr einfaches Lager aufschlagen.

Beim Antreten am Lagerplatz, befiehlt der Hauptmann den Jäger Thomas V. auf den Scheitel der Anhöhe, um die Lage zu erkunden und das Peloton gegen einen Überraschungsangriff zu sichern.

Nachdem die obligatorische Gewehrpyramide gebaut ist, wird das auf einem Karren herangeführte Lagerstroh abgeladen – die Schlaf-Juttesäcke mit Stroh gefüllt – die Lagerstätten für die kalt werdende Nacht bereitet.

Die Marketenderin kümmert sich um den ebenfalls abgekämpften Herrn Hauptmann – tja, Hauptmann müßte man halt sein. Und der Gemeine Thomas V. macht nach seiner ersten Wache, eine Erprobung seiner Liegestadt.

Dem Hauptmann und dem Unteroffizier wird unter der Aufsicht des Unteroffiziers Guido B., von den Gemeinen Günter B., Stefan K., und Thomas V. ein Windschutz aufgebaut, was die zwei beiden schon glücklich macht, obwohl das Wetter ja immer noch mittelprächtig ist.

Weil der Karren wieder aus dem Kampfbereich herausgezogen werden soll, wird auch gleich das Feuerholz abgeladen und aufgeschlichtet (Florian B., Daniel O., Franz S. und Christian W.).

Der Gefechtsschreiber und Gemeine Christian W. geht gleich auch das Stapeln der Holzscheit-Kreuzstöße an, für den mobilen Aufbau von Sitzgelegenheiten für die Soldaten, herum um die spätere Feuerstelle.

Die Gemeinen machen sich daran, mit Feuerstein und Baumwolle ein Feuer zu entfachen, was nicht sogleich gelingen mag.

Den Versuch, mit Schießpulver anzuzünden, macht man aber gleich schon nicht – wäre ja viel zu gefährlich, und man könnte sich ja das Gesicht dabei ankokeln.

Tatsächlich dauert es dann aber gar nicht lang, bis gegen Dreiviertel Vier die Flammen lodern – trotz dem das Holz eine Idee trockener sein könnte.

Da staunen die paar Hanseln von der herbeigeeilten neugierigen Zivilbevölkerung aber, wie das Alles zackig eingespielt ist!

Jetzt ist Anzugserleichterung angesagt. Jeder verstaut sein weniges Hab und Gut, auf dem mit der Decke abgedeckten Schlafplatz.

Der Mantel wird schon bereitgelegt, für die lange kalte Nacht.

Das Wetter ist durchwachsen, aber noch gut. Aber rundherum zieht es sich mehr und mehr zu.

Der Franz von der 5. macht nun eine ausführliche ‚Geländetaufe' für den ganzen Trupp, damit jeder Örtlichkeit und die Lage kennt und versteht. Dabei beschreibt er die eigene Position, sowie die Stellungen von Franzosen und Österreichern in Referenz dazu.

Genau betrachtet sind Gegend und Ausblick aber viel zu ruhig und schön, um hier Krieg zu führen. Aber so weit ist es ja noch nicht – der Schlachtbeginn ist ja unter den Gegnern erst für morgen Schlag 11 Uhr verabredet!

Auf den aus Holzläden und Holzscheiten provisorisch zusammengestellten ‚mobilen' Sitzgelegenheiten, wird jetzt erst mal ordentlich Brotzeit gemacht. Die Devise lautet ja: ‚Ohne Mampf, kein Kampf'. Daran wird sich auch gern gehalten.

Die Marketenderin Yvonne T. hat sogar noch etwas süße Milchspeise gezaubert – da lacht das Soldatenherz.

Der Franz will jetzt noch einen kleinen Erkundungs-Trupp hinüber in den nächsten Höhenzug führen – in den Bereich, wo ja die Österreicher liegen sollen.

Geführt von dem erfahrenen alten Haudegen, schleicht der Erkundungs-Trupp durchs Tal, in die gegenüberliegende Anhöhe hinein. Unterwegs dahin, stimmt sich Franz S. noch mit Ortsansässigen von Unterlaichling ab, wo denn genau der Feind grad stehe. So gelingt es tatsächlich, unbemerkt den Hügelkamm zu erreichen, wo Franz nochmals aus Sicht der Österreicher die Lage schildert, von wo ‚der Feind' schießen kann, und wo sich durch Geländegegebenheiten unbemerkt angeschlichen werden kann.

Noch in der untergehenden Abendsonne des Tages, erreicht der Erkundungstrupp wieder das bayerische Lager, wo der Rest der Kameraden die Stellung hält.

Jetzt macht der Unteroffizier einen Kaffee, der selbst Tote wieder aufwecken könnte.

Angeleiert von der Marketenderin, singt der Trupp dem Hauptmann gegen Halb Sechs spontan ein gar lieblich Lied, über den ‚Durst des Hauptmanns'. Dabei übergibt sie dem so Überraschten einen handgetöpferten Humpen, mit persönlicher Inschrift im Boden.

Der Hauptman freut sich über diese schöne Überraschung, das Bierfaß wird angezapft, und der Hauptmann füllt sich den Humpen gleich mit kühlem Bier aus dem Faß. Na gut, ein bisserl sträubt es sich schon, das Faß. Aber da kennt der Hauptmann kein Pardon! Am Ende ist der neue Humpen voll – so muß es sein!

Sich den Truppenführer mit so einem Geschenk und Liedchen gewogen zu halten, kann ja nicht schaden. Und mit dem Hauptmann saufen, da sagen die Burschen auch nicht nein.

In der nun einbrechenden Nacht, wird das noch kleine Wachfeuer vom Gemeinen Christian W. höher geschürt, um der Kälte auf dem windigen Bergkamm Paroli zu bieten. Tatsächlich hat es das Wetter heute bisher gut gemeint mit dem Trupp.

Den ganzen Tag schon beobachtet der Peloton immer auch den Himmel und das Spiel der Wolken, das hier wohl sein Eigenleben hat, wie die Kameraden meinen, die die Gegend auch ein wenig kennen. Und die Wolken werden zusehends dunkler; das Spiel dort oben beschleunigt sich.

Gegen Dreiviertel Neun verkündet der Gemeine Franz S. offiziell den Gewinner des heutigen Übungsschießens, und übergibt ihm als Preis einen von ihm hergestellten und gestifteten Taler, wobei er die Bilder auf Vor- und Rückseite der Medaille genau erklärt.

Der Unteroffizier Guido B. nimmt diese Auszeichnung erfreut und dankbar entgegen – die Kameraden applaudieren anerkennend, ob dieser Leistung!

Später, als schon ein ordentlicher Glutstock entstanden ist, läßt der Gemeine Christian W. das Feuer herunterbrennen.

Derweil schmiert der Gemeine Daniel O. seine Pfanne mit einer Schwarte ein, und schmeißt sie dann auf den Glutstock, wo er Würste für die Truppe brät.

Was für ein Schauspiel, was für ein Genuß!

Unmittelbar nachdem die herrlich guten Würste verspeist sind, frischt der Wind aus Südwest deutlich auf, und peitscht jetzt das neu hochgezogene Feuer.

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Um das wertvolle und wärmende Feuer in Zaum zu halten, baute der Gemeine Christian W. mit den Kameraden, aus dem Feuerholz eine Schutzwand vor das Feuer, die das Problem momentan halbwegs löst.

Aber der Regen läßt nicht mehr lange auf sich warten. Wer jetzt noch keinen Mantel anhat, zieht ihn gerne an.

Die Lager-Mützen werden zum Teil umgestülpt, und die Jungs stemmen sich gegen den Wind und Regen, der zum Glück von hinten aus Richtung Schierling über die Anhöhe pfeift. Der Hauptmann behält die Ruhe, und befiehlt Waffen, Ausrüstung und Stroh zu sichern und mit der Decke abzudecken.

Was die Soldaten nur für einen Schauer gehalten haben, entwickelt sich mehr und mehr zum heftigen Regen, den der Wind über die Anhöhe peitscht.

Der Hauptmann Marcus T. hat schon bei Beginn des Regens gesagt, daß sich das ‚einregnet' – er wußte da aber noch nicht, wie recht er behalten sollte.

Im weiter immer stärker fallenden sturmgetrieben schwerem Regen, befiehlt der Hauptmann gegen Viertel nach Zehn das Verlegen und das Unterziehen in einen Unterstand, einfach weil ansonsten die Truppe morgen nicht einsatzbereit sein kann.

Das Peloton rafft die Ausrüstung zusammen und bricht auf. Zum Glück finden die Soldaten zum Teil Schutz in einem in der Nähe abgestellten Wagen und anderen Unterständen. Bevor sich der Trupp zum Unterziehen auftrennt, befiehlt der Hauptmann noch den Treffpunkt am kommenden Morgen um Schlag 8 Uhr am Depot in Grünthal.

Alle sind richtig froh, irgendeinen Unterschlupf gefunden zu haben, denn es regnet und windet die ganze Nacht durch, ohne Unterlaß. Was für ein Sauwetter, was für ein Abenteuer!

 

Dienstag 22.04.2014 (Samstag 1809)

- Tag der Schlacht bei Eggmühl -

 

 

Nach stürmischer Nacht, in der die Soldaten in alle Winde zerstreut wurden, findet sich die Truppe bis um Schlag 8 Uhr wieder im Depot in Grünthal ein – wie befohlen. Dort erfolgt zuerst eine Überprüfung der Ausrüstung und eine Bestandsaufnahme der Munition und der Verluste. Der Gemeine Stefan K. kriegt einen Einlauf, weil er nicht seine komplette Ausrüstung bergen konnte. Tatsächlich war ihm halt einfach die Sicht bei dem Sauwetter etwas ‚vernebelt' gewesen.

Aufsitzen und Abrücken nach Unterlaichling wird befohlen, auf einem bereitgestellten Wagen, wieder kutschiert von Günter B. Dort am Gehöft Wolf Halt, am Fuße des Wagner-Berges.

Marsch in leichter Gefechts-Ausrüstung (ohne Tornister) auf die Anhöhe des Wagner-Berges, hintendrein der Wagen. Der Scheitel des Berges wird gegen Halb Zehn erreicht und gesichert. Das Tal und die weite Au unten, liegen noch in leichten Dunstschwaden.

Gegen feindliche Aufklärung abgedeckt, hinter der Kammlinie des Hügels, wird auf Befehl der Rest des Lagers aufgelöst, der gestern im Sturm noch zurückgelassen werden mußte.

Als erstes wird aber der ‚unbefangene' Gemeine Franz S. von der 5. beauftragt, die noch verbliebenen Bier- und Schnapsreserven zu sichern.

Unter den gestrengen Augen der Marketenderin Ivonne T., muß er dann das Bier auf weitere Verwendbarkeit für die Truppe untersuchen – am frühen Morgen keine leichte Aufgabe! Die nachdenkliche Miene des Kameraden zeigt an, daß der Zustand des Bieres wohl schon ‚grenzwertig' ist.

Danach werden verbliebene Holz und Strohreserven, auf den Wagen verbracht, und die Spuren des Aufenthalts soweit als möglich beseitigt. Die Marketenderin (und der Hund Kira!) haben auch hier ein sehr waches Auge darauf!

Währenddessen weist der Hauptmann Marcus T. den Gemeinen Franz S. an, per Depesche Weisung an den Bürgermeister Chr. Kiendl zu geben, zwecks späteren Treffens am Löwendenkmal in Eggmühl

Der Peloton kann nun noch etwas pausieren, bevor es zur Aufstellung für die Schlacht geht. Die Anspannung steht den Soldaten schon ins Gesicht geschrieben.

Kurz vor 11 Uhr läßt der Hauptmann antreten und schwört die Soldaten auf das Kommende ein. Es erfolgt der Befehl, in Marschformation auf dem Kamm der nahen Anhöhe vorzurücken, in Linie Stellung zu nehmen, und fertig zu laden.

Mit dem Glockenschlag 11 Uhr, der nahen Kirche von Unterlaichling, befiehlt der Hauptmann das Vorrücken in Linienformation. Schon nach wenigen Schritten befiehlt er den Halt, und das Abfeuern der ersten Salve, auf den gegenüberliegenden Höhenzug ...

Nachdem sich die Soldaten in der Schlacht bewährt haben, läßt der Hauptmann ins jetzt feindfreie Tal vorrücken, und im langen Marsch, quer durch die Au Richtung Eggmühl verlegen – ein langer Marsch unter sonnigem Himmel.

Dort unten schließlich am Laberfluß angekommen, wird der Vierseithof der Schnitzel-Mühle in einer Zangenbewegung von zwei Seiten besetzt und gesichert.

Schnitzel-Mühle

Löwen-Denkmal

Bayerisches Lager

Karte aus Google Maps

Wie geplant, ist es Schlag 12 Uhr, als dieser strategisch wichtige Punkt ohne nennenswerte Gegenwehr eingenommen wird.

Aus freien Stücken reichen die Bewohner den Soldaten vom herrlich frischen Wasser.

Schnitzel-Mühle

Nach ‚gnadenloser' Befragung der Bewohner, erfolgt die Lagebesprechung des Führungsstabs im nach allen Seiten hin gesicherten Innenhof des Gehöfts.

Nach Anweisung durch den Hauptmann, läßt der Unteroffizier wieder antreten. In Formation Vorrücken auf das Löwendenkmal ist befohlen – genau so wird das ausgeführt.

In Marschformation zieht der Trupp hinauf auf die Hauptstraße, und von da aus links hinein in den Ort – das vereinbarte Ziel ‚Löwendenkmal' fest im Sinn.

Am Feld vorm Löwendenkmal angekommen, erfolgt der Schwenk nach rechts, den leichten Anstieg hinauf bis vor den Denkmalshügel, wo oben drauf der bayerische Löwe thront.

Das Denkmal mit dem bayerischen Löwen steht im besten Licht,

und ist flankierend beflaggt mit der französischen, österreichischen,

deutschen, und nicht zuletzt der bayerischen Flagge.

So mag er das, der Löwe!

Ohne Aufwand und Gefahr gescheut zu haben, bringt die ‚Zivilistin' Angelika S. einen frischen und schönen Ehren-Kranz heran, der am Denkmal abgelegt werden soll.

Während die Truppe hier Aufstellung nimmt, erhält der Gemeine Franz S. eine Depesche vom Bürgermeister, die er sogleich dem Hauptmann Marcus T. weitermeldet: ‚Das Ankommen des Bürgermeisters verzögert sich!'

Durch diesen Zeitgewinn wird es möglich, das Stellungsspiel als Generalprobe schon vorab durchzuexerzieren, damit ein reibungsloser Ablauf unter den Augen vom Bürgermeister, Hauptmann und Löwen gewährleistet ist.

Der Peloton wird halbiert und ein zweiter Unterführer benannt. Das genaue Vorgehen wird vom Hauptmann skizziert, und danach das Kommando an die Unterführer übergeben.

Der Unteroffizier Guido B. führt seine Gruppe auf den beflaggten Denkmalshügel, wo er und seine Leute (Thomas V., Daniel O, Franz S.) in den Ecken bei den Fahnen Aufstellung nehmen.

Während der zweite Unterführer Günter B., die Ehrenformation unten (Stefan K., Florian B., Christian W.) vorm Denkmal befehligt.

Nach diesem durchgeführten Manöver, erfolgt die Nachbesprechung und Kritik durch den Hauptmann. Weil die Kranzaufnahme nicht absolut befriedigend war, wird für die Ehren-Abteilung ein anderer Unterführer (Florian B) ernannt – obwohls ja eigentlich die Gemeinen verpatzt haben. Aber wenn was beim Exerzieren schon nicht klappt – da hat für den Hauptmann der Spaß ein Loch!

Durch den Jäger Thomas V. wird das Ankommen des Bürgermeisters Chr. Kiendl gemeldet. Es erfolgt die standes-gemäße Begrüßung desselben durch den Hauptmann Marcus T.

Danach besprechen Bürgermeister, Hauptmann und der auch hier ortskundige Gemeine Franz S., das weitere Vorgehen, während die anderen Gemeinen mit dem Unteroffizier querab im Schatten stehen, und auf den Einsatzbefehl lauern.

Nach dem Befehl des Hauptmanns, erfolgt Antreten und die Aufstellung in die beiden Gruppen, die dann getrennt losmarschieren.

Der Denkmalszug zieht vor, und erklimmt den Denkmalshügel, während die Ehrenformation vor dem Hügel in Stellung geht.

Auf Anweisung des Hauptmanns erklimmt die Kranzabordnung den Denkmalshügel. Und ebenso auf Befehl durch ihn, erfolgt die Kranzniederlegung durch die Gemeinen Christian W. und Stefan K., die sich danach wieder in die Ehrenformation einreihen.

Es folgt eine kurze knackige Rede vom Hauptmann Marcus T., und eine etwas längere Ansprache vom Bürgermeister Chr. Kiendl, in der sie beide das Andenken an die in der Schlacht bei Eggmühl Gefallenen aller Nationen würdigen, und daß sie das Bewußtsein und die Verbundenheit des Ortes Eggmühl mit seiner Geschichte bewahren und pflegen wollen.

Nach den Reden, feuert der Denkmalszug auf Befehl des Hauptmanns eine Salve ab, während der Ehrenformationszug dazu klassisch das Gewehr präsentiert.

Zum Abschluß des Festaktes salutiert der Hauptmann Marcus T. vor dem Denkmal. Danach ziehen Denkmalszug und Ehrenformationszug geordnet wieder vom Denkmal ab.

Nach Schlußansprache vor dem Peloton durch Hauptmann Marcus T., geordnetes Abrücken zur südlich des Denkmals gelegenen Straße. Dort Waffeninspektion durch den Unteroffizier Guido B.

Danach Vorrücken auf die vom ortskundigen Franz S. ausgewählte Wirtschaft ‚Zum Schützenhaus', wo der hungrige Peloton mit einem gar schmackhaften Mahl für die mit Bravour bestandenen Aktionen belohnt wird. Dabei läßt man den Tag Revue passieren, und füllt verlorengegangene Reserven auf.

Mit ‚glänzendem Nabel' rückt der Peloton in voller Mannstärke wieder ab, gen' ‚Grünthal. Dort gegen Viertel nach Drei angekommen, wird abgerüstet, und werden die Gemeinen Soldaten nach und nach mit Lob und Anerkennung in die Heimat entlassen. Im Führungsstab erfolgt noch die Nachbesprechung bzw. Manöverkritik.

Man kommt zu dem Schluß, daß nichts an diesem Einsatz wirklich verkehrt war, und faßt deswegen weitere Einsätze ins Auge, die sich auch weiterhin nicht am Spektakel, sondern an der Originaltreue orientieren werden.

Wie sich die Nacht wieder übers Bayernland senkt, sind die Soldaten allesamt wieder zu Hause – zu recht abgekämpft, aber eben auch zu recht sehr zufrieden.